Grundlagen KinderdepotKinderdepot & KinderkontoETF-Sparplan Kinderdepot

Kinderdepot Kosten 2026: Diese Gebühren solltest du vergleichen

Kinderdepot-Kosten verständlich erklärt: Depotgebühr, Sparplankosten, Orderentgelt, TER und Spread mit Beispielrechnungen für Familien.

Mutter vergleicht am Laptop die Kosten eines Kinderdepots

Kinderdepot-Kosten bestehen nicht nur aus der Depotgebühr. Auch Sparplanausführungen, Einzelkäufe, laufende Fondskosten und der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs können die langfristige Entwicklung beeinflussen. Gerade bei kleinen monatlichen Sparraten ist entscheidend, ob eine Gebühr als fester Eurobetrag oder prozentual berechnet wird.

Viele Anbieter werben mit einem „kostenlosen Kinderdepot“. Das kann eine kostenlose Depotführung oder kostenlose Sparplanausführung bedeuten – nicht aber automatisch eine vollständig kostenfreie Geldanlage. Die laufenden Kosten des gewählten ETFs bleiben beispielsweise im Fonds enthalten. Dieser Ratgeber zeigt, welche Preispositionen wirklich zählen und wie Eltern Angebote sinnvoll miteinander vergleichen.

Kurzentscheidung: Für einen langfristigen ETF-Sparplan sind eine dauerhaft kostenlose oder günstige Depotführung, niedrige Ausführungskosten und ein kostengünstiger, breit gestreuter ETF besonders wichtig. Prüfe zusätzlich Bedingungen, Orderkosten, Spread und spätere Verkaufsgebühren. Ein Aktionsangebot allein sollte nicht über die Anbieterwahl entscheiden.

Welche Kosten kann ein Kinderdepot verursachen?

KostenartWann sie anfälltWo du sie findest
Depotführungsgebührmonatlich oder jährlich, teilweise nur ohne Sparplan oder AktivitätPreis- und Leistungsverzeichnis des Anbieters
Sparplanausführungbei jeder regelmäßigen ETF-, Fonds- oder AktienanlageSparplankonditionen und Kosteninformation
Ordergebührbei Einzelkauf oder VerkaufOrderpreismodell des Depots
Produktkostenlaufend innerhalb des ETFs oder FondsBasisinformationsblatt und Produktunterlagen
Spreadindirekt beim Handel über Kauf- und Verkaufskursaktuelle Kurse am Handelsplatz
Fremdkostengegebenenfalls für Handelsplatz, Börse oder AbwicklungOrderabrechnung und Preisverzeichnis
Zusatzleistungenzum Beispiel postalische Orders, besondere Dokumente oder Lagerstellenvollständiges Preis- und Leistungsverzeichnis

Das Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet Wertpapierdienstleister, Kosten und Nebenkosten zusammengefasst darzustellen, damit Kunden die Gesamtkosten und deren Wirkung auf die Rendite verstehen können. Nutze deshalb nicht nur die Werbeseite, sondern auch die individuelle Kosteninformation und das Preis- und Leistungsverzeichnis.


1. Depotführungsgebühr: Ist das Kinderdepot dauerhaft kostenlos?

Eine Depotführungsgebühr wird unabhängig von einzelnen Käufen für die Verwahrung und Verwaltung berechnet. Viele Kinderdepots verzichten darauf. Bei anderen Angeboten ist die kostenlose Führung an Bedingungen geknüpft, etwa an einen laufenden Sparplan, regelmäßige Transaktionen oder die Nutzung eines bestimmten Postfachs.

Achte deshalb auf Formulierungen wie „kostenlos bei regelmäßiger Sparplanausführung“ oder „kostenlos bis zu einem bestimmten Alter“. Ein heute kostenloses Juniordepot kann nach dem 18. Geburtstag in ein anderes Preismodell übergehen. Entscheidend ist nicht nur die aktuelle Null, sondern die Regel dahinter.

2. Sparplankosten: Prozent oder fester Betrag?

Sparplankosten werden häufig pro Ausführung berechnet. Das Modell kann kostenlos, prozentual oder als fester Betrag ausgestaltet sein. Bei einer prozentualen Gebühr bleibt die relative Belastung für unterschiedliche Sparraten gleich. Eine fixe Gebühr trifft kleine Raten dagegen deutlich stärker.

Monatliche Sparrate1,5 % Ausführungsgebühr1,50 € feste GebührAnteil der festen Gebühr
25 €0,38 €1,50 €6,0 %
50 €0,75 €1,50 €3,0 %
100 €1,50 €1,50 €1,5 %

Das Beispiel zeigt: Bei 25 Euro Sparrate wären 1,50 Euro bereits sechs Prozent jeder Einzahlung. In diesem Fall kann eine quartalsweise Ausführung mit 75 Euro günstiger sein als drei monatliche Ausführungen – sofern der Anbieter das Intervall zulässt und die geringere Häufigkeit zu eurem Sparverhalten passt.

Wie sich Rate, Laufzeit und angenommene Rendite auf ein mögliches Endvermögen auswirken, kannst du mit dem Sparplanrechner für Kinder modellieren.

3. Orderkosten bei Einzelkäufen und Verkäufen

Ein kostenloser ETF-Sparplan sagt nichts über die Kosten einer Einmalanlage aus. Wenn Großeltern beispielsweise 2.000 Euro zur Geburt schenken oder Eltern später Anteile verkaufen möchten, greift häufig das reguläre Orderpreismodell.

Orderkosten können aus einem Grundpreis, einem prozentualen Anteil und zusätzlichen Handelsplatzentgelten bestehen. Bei kleinen Einzelkäufen ist ein Mindestentgelt besonders relevant. Prüfe außerdem, ob kostenlose Sparpläne nur für ausgewählte Aktions-ETFs gelten und wie der Anbieter nach dem Ende einer Aktion abrechnet.

4. ETF-Kosten: Was bedeutet TER?

Die Total Expense Ratio, kurz TER, beschreibt laufende Kosten eines Fonds oder ETFs als jährlichen Prozentsatz des Fondsvermögens. Diese Kosten werden nicht als separate Rechnung vom Verrechnungskonto abgebucht. Sie werden innerhalb des Fonds berücksichtigt und mindern dadurch seine Wertentwicklung.

Eine TER von 0,20 Prozent bedeutet vereinfacht: Bei einem durchschnittlichen Anlagewert von 10.000 Euro entsprechen 0,20 Prozent rechnerisch 20 Euro pro Jahr. Der tatsächliche Unterschied zur abgebildeten Indexentwicklung kann zusätzlich durch Transaktionskosten im Fonds, Quellensteuern, Erträge aus Wertpapierleihe und die Qualität der Indexnachbildung beeinflusst werden.

Die TER allein reicht daher nicht, um einen ETF zu beurteilen. Wichtig bleiben Anlageuniversum, Streuung, Fondsvolumen, Replikationsmethode und das konkrete Risiko. Grundlagen zur Produktauswahl erklärt unser Ratgeber ETF-Sparplan fürs Kind.

5. Spread: Die unsichtbare Differenz beim Handel

Der Spread ist die Differenz zwischen dem Preis, zu dem ein Wertpapier gekauft werden kann, und dem Preis, zu dem es gleichzeitig verkauft werden könnte. Er erscheint nicht zwingend als eigene Gebühr, beeinflusst aber den effektiven Einstiegspreis.

Spreads können je nach Wertpapier, Handelsplatz, Liquidität und Uhrzeit schwanken. Bei gängigen ETFs ist der Handel während der regulären Öffnungszeiten des wichtigen Referenzmarktes häufig transparenter als zu Randzeiten. Bei einem automatischen Sparplan bestimmt allerdings der Anbieter den Ausführungszeitpunkt und Handelsweg. Eltern sollten deshalb nicht nur mit „0 Euro Ausführungsgebühr“, sondern mit einer insgesamt nachvollziehbaren Ausführung werben lassen.


Modellrechnung: Was können Gebühren über 18 Jahre bewirken?

Die folgende Rechnung dient nur zur Veranschaulichung. Unterstellt werden 18 Jahre Laufzeit, monatliche Einzahlung am Monatsende und eine konstante modellhafte Bruttorendite von fünf Prozent pro Jahr. Steuern, Kursschwankungen, Tracking-Differenz und wechselnde Gebühren bleiben unberücksichtigt. Reale Ergebnisse können deutlich höher oder niedriger ausfallen.

SparrateModell ohne berücksichtigte KostenMit 0,20 Prozentpunkten geringerer ModellrenditeZusätzlich 1,5 % je Einzahlung
25 € monatlichca. 8.730 €ca. 8.553 €ca. 8.425 €
50 € monatlichca. 17.460 €ca. 17.107 €ca. 16.850 €
100 € monatlichca. 34.920 €ca. 34.214 €ca. 33.700 €

Die dritte Spalte modelliert eine Nettorendite von 4,8 statt 5,0 Prozent. Die vierte Spalte kombiniert diese Annahme zusätzlich mit einer Belastung von 1,5 Prozent auf jede Einzahlung. Die Werte sind keine Prognose für einen konkreten ETF oder Anbieter. Sie zeigen lediglich, dass kleine wiederkehrende Kosten über eine lange Laufzeit mitwachsen.

Warum feste Gebühren bei kleinen Sparraten kritisch sind

Bei 50 Euro monatlich kostet eine feste Ausführungsgebühr von 1,50 Euro jährlich 18 Euro. Über 18 Jahre werden dadurch zunächst 324 Euro weniger investiert. Hinzu kommt die mögliche Wertentwicklung, die auf diesen nicht angelegten Beträgen fehlt. Bei 100 Euro Sparrate halbiert sich die relative Belastung, bei 25 Euro verdoppelt sie sich.

Das bedeutet nicht, dass immer der billigste Anbieter automatisch der beste ist. Ein günstiges Depot nützt wenig, wenn der gewünschte ETF fehlt, die Familienverwaltung unpraktisch ist oder die Konditionen nur kurzfristig gelten. Kosten sind ein wichtiges, aber nicht das einzige Auswahlkriterium.


Wann ist ein Kinderdepot wirklich „kostenlos“?

Ein realistischer Kostencheck trennt Anbieter- und Produktkosten. Ein Depot kann auf Anbieterseite kostenlos sein, obwohl der ETF weiterhin laufende Kosten besitzt. Umgekehrt kann ein sehr günstiger ETF in einem Depot mit hohen Ausführungsgebühren liegen.

  • 0 € Depotführung: Prüfen, ob Bedingungen oder Altersgrenzen gelten.
  • 0 € Sparplanausführung: Prüfen, ob alle oder nur ausgewählte ETFs erfasst sind.
  • 0 € Order: Mögliche Handelsplatzpauschalen, Mindestvolumen und Spread beachten.
  • TER-Erstattung: Laufzeit, Produktauswahl und Bedingungen der Erstattung kontrollieren.
  • Neukundenaktion: Regulären Preis nach dem Aktionszeitraum vergleichen.

Für eine faire Entscheidung sollte das Standardgeschäft der Familie gerechnet werden: monatliche Sparrate, gewünschter ETF, mögliche Einmalzahlungen und ein späterer Verkauf. Erst danach lassen sich zwei Angebote sinnvoll gegenüberstellen.

So vergleichst du Kinderdepot-Kosten richtig

  1. Monatliche Sparrate und gewünschtes Ausführungsintervall festlegen.
  2. Konkreten ETF über Name und ISIN bestimmen.
  3. Depotführungsbedingungen vollständig lesen.
  4. Kosten je Sparplanausführung in Euro berechnen.
  5. TER und weitere Produktinformationen im Basisinformationsblatt prüfen.
  6. Orderkosten für Einmalanlage und späteren Verkauf ergänzen.
  7. Befristete Aktionen getrennt von Dauerkonditionen notieren.
  8. Familienfunktionen, Auswahl und Eröffnungsanforderungen mitbewerten.
PrüffrageAnbieter AAnbieter B
Depotführung dauerhaft?______
Sparplankosten pro Ausführung?______
Gewünschter ETF verfügbar?______
Orderkosten bei Einmalanlage?______
Regulärer Preis nach Aktion?______
Verwaltung für Sorgeberechtigte?______

Zeigt der Kostencheck einen dauerhaften Nachteil beim bestehenden Depot, erklärt der Ratgeber Kinderdepot wechseln und übertragen den nächsten Schritt.


Häufige Fragen zu Kinderdepot-Kosten

Gibt es vollständig kostenlose Kinderdepots?

Depotführung und Sparplanausführung können kostenlos sein. Produktkosten des ETFs und der Spread bleiben jedoch grundsätzlich Teil der Anlage. Auch spätere Einzelorders oder Zusatzleistungen können Geld kosten.

Wird die TER vom Konto abgebucht?

Nein. Die laufenden Fondskosten werden innerhalb des Fondsvermögens berücksichtigt und mindern die Wertentwicklung. Sie erscheinen deshalb nicht wie eine normale Abbuchung auf dem Verrechnungskonto.

Welche Gebühr ist bei kleinen Sparraten besonders wichtig?

Feste Ausführungsgebühren belasten kleine Sparraten prozentual besonders stark. Bei 25 Euro Sparrate entsprechen 1,50 Euro bereits sechs Prozent der Einzahlung.

Ist der Spread eine Gebühr?

Der Spread ist keine separat berechnete Gebühr, sondern die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Er beeinflusst trotzdem den effektiven Preis einer Transaktion.

Sollte ich wegen eines kostenlosen Aktions-ETFs wechseln?

Nicht allein deswegen. Aktionen können enden oder sich verändern. Vergleiche zusätzlich die regulären Konditionen, Produktauswahl und Alltagstauglichkeit des Depots.

Sind Steuern Teil der Kinderdepot-Kosten?

Steuern sind keine Anbietergebühr. Kapitalerträge des Kindes können aber steuerpflichtig sein. Freistellungsauftrag, Sparer-Pauschbetrag und gegebenenfalls eine NV-Bescheinigung müssen getrennt betrachtet werden.


Fazit: Gesamtkosten statt Werbeversprechen vergleichen

Kinderdepot-Kosten werden erst vergleichbar, wenn Depotführung, Sparplanausführung, Einzelorders, Produktkosten und Spread getrennt betrachtet werden. Besonders bei kleinen Sparraten können feste Gebühren einen hohen Anteil jeder Einzahlung ausmachen.

Für die langfristige Entscheidung zählen dauerhafte Konditionen mehr als eine zeitlich begrenzte Aktion. Rechne zuerst euer tatsächliches Nutzungsszenario und prüfe danach Auswahl, Familienverwaltung und Eröffnung. So führt die Kostenfrage zu einer passenden Gesamtentscheidung statt nur zum niedrigsten Werbepreis.

Quellenstand 5. September 2026: Grundlage sind § 63 WpHG zu Kosteninformationen sowie die Preis- und Produktunterlagen der jeweiligen Anbieter und Fonds. Die Rechenbeispiele sind eigene, gerundete Modellrechnungen und keine Prognose. Konditionen können sich ändern. Dieser Beitrag ist allgemeine Information und keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.

Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und stellen keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Kapitalanlagen unterliegen Wertschwankungen; Verluste sind möglich.

Der nächste Schritt

Kinderdepots transparent vergleichen

Prüfe Kosten, Mindestsparrate und Voraussetzungen der Anbieter.

Zum Kinderdepot Vergleich