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Kinderpolice oder ETF-Sparplan: Kosten und Ziele vergleichen

Kinderpolice, Ausbildungsversicherung oder Kinderdepot? Vergleiche Kosten, Versicherungsschutz, Flexibilität und Verfügbarkeit anhand konkreter Fragen.

Aquarellillustration eines Vaters zwischen zwei Mappen mit Schirm- und Pflanzensymbol

Eine Kinderpolice und ein ETF-Sparplan können beide für die Zukunft eines Kindes angeboten werden. Trotzdem sind sie keine austauschbaren Produkte. Bei einer Police entscheidet der konkrete Vertrag über Versicherungsleistungen, Kosten und Auszahlung. Beim ETF-Sparplan kaufst du Fondsanteile im Depot.

Vor der Entscheidung: Soll Geld zum Ausbildungsbeginn bereitstehen, eine lebenslange Altersrente entstehen oder ein bestimmtes Risiko abgesichert werden? Diese Ziele brauchen unterschiedliche Vergleiche. Der Name „Kinderpolice“ beantwortet sie nicht.

Was gehört in den Vergleich?

PrüffrageKinderpoliceETF-Sparplan im Kinderdepot
KostenAbschluss, Vertrieb, Verwaltung, Fonds und Zusatzschutz anhand Vertragsunterlagen prüfenDepot, Ausführung, Handel und Fondskosten prüfen
FlexibilitätBeitragsänderung, Pause, Entnahme und Kündigung vertragsabhängigSparplanänderung nach Anbieterbedingungen; Verkauf zum jeweiligen Kurs
VersicherungsleistungNur die tatsächlich vereinbarten LeistungenKeine Absicherung von Tod oder Erwerbsunfähigkeit durch den Sparplan selbst
VerfügbarkeitLaufzeit, Bezugsrecht und Kündigungsregeln maßgeblichKind ist Eigentümer; Verwaltung durch gesetzliche Vertreter bis zur Volljährigkeit

Eigene Modellrechnung: Warum laufende Kosten zählen

Reines Rechenbeispiel, kein Tarifvergleich: 100 Euro am Monatsende über 18 Jahre, 6 Prozent hypothetische Bruttorendite jährlich. Vereinfachend werden einmal 0,3 und einmal 1,5 Prozentpunkte jährliche Kosten abgezogen. Das ergibt 5,7 beziehungsweise 4,5 Prozent effektive Nettorendite. Mit Monatszins (1 + Nettorendite)1/12 − 1 ergibt sich:

  • Einzahlungen in beiden Fällen: 21.600 Euro.
  • Bei 5,7 Prozent: etwa 36.982 Euro.
  • Bei 4,5 Prozent: etwa 32.885 Euro.

Steuern, Inflation, Abschlusskosten und Versicherungsleistungen sind nicht berücksichtigt. Deshalb beweist die Rechnung nicht, dass eine konkrete Police schlechter ist. Sie zeigt den isolierten Einfluss einer angenommenen laufenden Kostenbelastung. Für eine echte Entscheidung müssen Zahlungsströme und Leistungen des Angebots vollständig hinzukommen.

Diese Unterlagen solltest du anfordern

  1. Produktinformationsblatt, Vertragsbedingungen und individuelle Kostenaufstellung.
  2. Garantierte und nicht garantierte Leistungen getrennt.
  3. Rückkaufswerte und beitragsfreie Leistungen zu mehreren Zeitpunkten.
  4. Genaue Voraussetzungen einer Beitragsbefreiung oder sonstigen Zusatzversicherung.
  5. Regeln zu Versicherungsnehmer, versicherter Person und Bezugsberechtigung.

Eine unverbindliche Hochrechnung ist keine zugesagte Auszahlung. Vergleiche außerdem dasselbe Zielalter: Ein Vertrag bis zum Rentenalter beantwortet nicht automatisch die Frage nach Studiengeld mit 18.

Bestehenden Vertrag nicht vorschnell kündigen

Vorhandene Abschlusskosten, Garantien und Zusatzleistungen können die Entscheidung verändern. Lass dir Fortführung, Beitragsfreistellung und Kündigung mit aktuellen Werten gegenüberstellen. Eine verlorene Absicherung lässt sich unter Umständen nicht zu gleichen Bedingungen ersetzen. Eine unabhängige Beratung ist bei komplexen Verträgen sinnvoll.

Unabhängige Einordnung

Die Verbraucherzentrale erläutert Ausbildungsversicherung und Kinderpolice als kapitalbildende Versicherungsprodukte. Sie sind keine Versicherung einer erfolgreichen Ausbildung. Unsere Vergleichsfragen und Modellrechnung ergänzen diese Einordnung; eine Tarifprüfung ersetzen sie nicht.

Der nächste Schritt

Prüfe zunächst, ob das Geld dem Kind gehören soll. Danach helfen der Kinderdepot-Vergleich und die Eröffnungscheckliste bei der praktischen Umsetzung.

Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und stellen keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Kapitalanlagen unterliegen Wertschwankungen; Verluste sind möglich.

Der nächste Schritt

Kinderdepots transparent vergleichen

Prüfe Kosten, Mindestsparrate und Voraussetzungen der Anbieter.

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