Einzelaktien im Kinderdepot – sinnvoll oder riskant?

Juniordepot Einzelaktien

Einzelaktien im Kinderdepot sind für viele Eltern eine spannende Überlegung, weil sie sich davon höhere Renditechancen für die Zukunft ihres Kindes versprechen. Doch lohnt sich dieses Vorgehen wirklich – oder überwiegen die Risiken?

Wer für Kinder spart, denkt häufig zuerst an ETF-Sparpläne fürs Kind, weil sie breit gestreut, kostengünstig und vergleichsweise sicher sind. Einzelaktien hingegen wirken attraktiver, weil man sich direkt an Unternehmen beteiligen kann – ob an bekannten Marken wie Apple, BMW oder Adidas. Gerade Eltern, die selbst gerne investieren, möchten dieses Wissen auch beim Vermögensaufbau für ihre Kinder nutzen.

Doch die Entscheidung ist nicht trivial. Während Einzelaktien im Kinderdepot durchaus Chancen auf überdurchschnittliche Gewinne bieten, können sie auch erhebliche Verluste mit sich bringen. Dieser Artikel zeigt klar strukturiert, welche Vor- und Nachteile Einzelaktien im Kinderdepot haben, und gibt praxisnahe Tipps für eine sinnvolle Anlagestrategie.


Was bedeutet es, Einzelaktien ins Kinderdepot aufzunehmen?

Einzelaktien im Kinderdepot bedeuten, dass Eltern gezielt Anteile einzelner Unternehmen für ihr Kind kaufen. Anstatt breit gestreut über einen Fonds oder ETF zu investieren, liegt das Geld damit direkt in einer bestimmten Firma, z. B. bei Siemens, Tesla oder Allianz.

Der Unterschied zu Fonds oder ETFs ist groß: Während diese automatisch hunderte Unternehmen bündeln und dadurch Risiken streuen, hängt die Entwicklung einer Einzelaktie allein vom Erfolg des jeweiligen Unternehmens ab. Läuft es gut, kann die Rendite sehr attraktiv sein. Gerät das Unternehmen jedoch in Schwierigkeiten, drohen auch starke Kursverluste.

Ein Beispiel: Wer 2010 eine Aktie von Apple gekauft hat, konnte über Jahre hinweg enorme Gewinne erzielen. Wer jedoch im gleichen Zeitraum in ein schwächelndes Unternehmen investierte, musste Verluste hinnehmen. Für Eltern ist es daher entscheidend, genau zu verstehen, was der Kauf von Einzelaktien im Kinderdepot bedeutet.


Chancen von Einzelaktien im Kinderdepot

Einzelaktien im Kinderdepot können attraktive Chancen bieten, wenn sie bewusst und mit langfristigem Horizont gewählt werden. Der größte Vorteil: Die Renditechancen sind oft höher als bei breit gestreuten ETFs. Wer die „richtige“ Aktie auswählt, kann von einem starken Unternehmenswachstum profitieren.

Ein weiterer Vorteil: Kinder lernen schon früh, was es bedeutet, direkt an Unternehmen beteiligt zu sein. Eltern können die Entwicklung einzelner Firmen gemeinsam mit dem Kind verfolgen und so spielerisch Finanzbildung vermitteln. Auch Dividendenzahlungen – also regelmäßige Ausschüttungen vieler Unternehmen – können das Depot zusätzlich stärken.

Praxisbeispiel:
Hätte man im Jahr 2010 für ein Kinderdepot 1.000 € in Apple investiert, wäre dieses Investment bis 2020 auf rund 10.000 € angewachsen. Im gleichen Zeitraum entwickelte sich der breite Welt-ETF langsamer, aber stabiler.

AnlageformStartkapital 2010Wert 2020 (ca.)Rendite
Apple-Aktie1.000 €10.000 €+900 %
MSCI World ETF1.000 €2.800 €+180 %

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Risiken von Einzelaktien im Kinderdepot

So verlockend die Chancen von Einzelaktien im Kinderdepot auch erscheinen: Die Risiken dürfen nicht unterschätzt werden. Anders als ETFs, die Hunderte Unternehmen bündeln, hängt die Wertentwicklung einer Einzelaktie ausschließlich von einem einzigen Unternehmen ab. Gerät dieses in eine Krise, verliert auch das Depot des Kindes massiv an Wert.

Ein zentrales Risiko ist die fehlende Diversifikation. Wenn Eltern nur wenige Aktien auswählen, konzentriert sich das gesamte Risiko auf wenige Unternehmen oder Branchen. Schon kleine Veränderungen – etwa ein Skandal, schlechte Quartalszahlen oder eine Rezession – können das Investment stark belasten.

Auch die hohe Volatilität ist ein Problem: Einzelaktien schwanken oft deutlich stärker als breit gestreute Fonds. Das kann Eltern in Versuchung führen, emotional zu reagieren und in schlechten Phasen übereilt zu verkaufen.

Ein weiterer Punkt ist das Wissensrisiko: Wer keine fundierte Unternehmensanalyse betreibt, investiert schnell „blind“. Gerade im Kinderdepot, wo ein langfristiger Zeithorizont zählt, kann das fatale Folgen haben.

Vergleich: Risiko ETF vs. Einzelaktien

KriteriumETF (z. B. MSCI World)Einzelaktien
DiversifikationSehr hoch (1.500+ Werte)Gering (1 Unternehmen)
VolatilitätMittelHoch
WissensaufwandGeringHoch
Risiko TotalverlustSehr geringMöglich

Einzelaktien vs. ETF-Sparplan fürs Kinderdepot

Eltern, die für ihre Kinder sparen möchten, stehen oft vor der Frage: Einzelaktien oder ETF-Sparplan im Kinderdepot? Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile – und unterscheiden sich deutlich im Risiko-Rendite-Profil.

Ein ETF-Sparplan bietet eine breite Streuung. Schon mit kleinen Beträgen (z. B. 25 € monatlich) können Eltern in hunderte oder sogar tausende Unternehmen investieren. Das reduziert das Risiko einzelner Firmenpleiten und sorgt für eine stabilere Wertentwicklung. Zudem ist der Aufwand gering, da ETFs passiv gemanagt sind.

Einzelaktien hingegen bieten die Chance, gezielt in starke Unternehmen zu investieren. Wer hier das „richtige Händchen“ beweist, kann überdurchschnittliche Gewinne erzielen. Allerdings erfordert dieser Ansatz viel Zeit, Wissen und die Bereitschaft, stärkere Schwankungen auszuhalten.

Rechenbeispiel:
Ein monatlicher Sparbetrag von 100 € über 10 Jahre:

AnlageformMonatliche RateLaufzeitWertentwicklung (angenommen)Endwert
MSCI World ETF100 €10 Jahre7 % p.a.ca. 17.300 €
Einzelaktie (z. B. Apple)100 €10 Jahre12 % p.a.ca. 23.500 €
Einzelaktie (schwächeres Unternehmen)100 €10 Jahre0 % p.a.ca. 12.000 €

👉 Wer eigene Zahlen durchrechnen möchte, kann den Sparplanrechner für Kinder nutzen.
👉 Vertiefung: Welche Rendite kann ich realistisch erwarten?


Für wen können Einzelaktien im Kinderdepot sinnvoll sein?

Einzelaktien im Kinderdepot sind nicht für alle Eltern die richtige Wahl. Sie eignen sich vor allem für Anleger, die bereits Erfahrung an der Börse gesammelt haben und bereit sind, Zeit in die Analyse von Unternehmen zu investieren.

Sinnvoll kann der Einsatz auch im Rahmen einer Core-Satellite-Strategie sein:

  • Core (Kern): Ein breit gestreuter ETF-Sparplan, der für Stabilität sorgt.
  • Satellite (Ergänzung): Einige ausgewählte Einzelaktien, die zusätzliche Renditechancen eröffnen.

Ein Beispiel: 80 % des Geldes fließen in einen ETF auf den MSCI World, 20 % werden in ein oder zwei solide Einzelaktien investiert. So bleibt das Kinderdepot breit gestreut, während gleichzeitig Raum für überdurchschnittliche Renditen bleibt.

👉 Mehr zur Strategie findest du hier: Core-Satellite-Strategie fürs Kinderdepot.


Tipps für Eltern beim Kauf von Einzelaktien fürs Kinderdepot

Wer Einzelaktien ins Kinderdepot aufnehmen möchte, sollte einige Grundregeln beachten, um Chancen zu nutzen und Risiken zu begrenzen:

  1. Diversifikation beachten
  2. Langfristig denken
  3. Auf solide Unternehmen setzen
  4. Dividenden berücksichtigen
  5. Nicht alles selbst machen

Praxisbeispiel: Depotstruktur mit Einzelaktien

AnlageklasseAnteil am DepotBeispiel
ETFs (Basis)70 %MSCI World, MSCI Emerging Markets
Einzelaktien20 %Apple, Allianz, Siemens
Sichere Anlagen10 %Festgeld, Tagesgeld

👉 Vertiefung: Kombination aus Kinderdepot und Festgeld – lohnt sich das?


Häufige Fehler beim Investieren in Einzelaktien für Kinder

  • Zu wenige Aktien kaufen
  • Zu riskante Titel auswählen
  • Kurzfristig handeln
  • Keine klare Strategie haben
  • Emotionen überwiegen lassen

Fazit – Einzelaktien im Kinderdepot: sinnvoll oder riskant?

Einzelaktien im Kinderdepot sind eine spannende Möglichkeit, um Kindern Renditechancen und Finanzbildung zu ermöglichen. Sie bieten die Chance auf überdurchschnittliche Gewinne, bergen aber auch ein höheres Risiko als ETFs.

Die Empfehlung lautet daher: ETFs als solide Basis, ergänzt durch ausgewählte Einzelaktien in begrenztem Umfang. So profitieren Kinder von stabilen Erträgen und gleichzeitig von den Chancen einzelner Unternehmen.

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FAQ zu Einzelaktien im Kinderdepot

Sollten Kinderdepots nur aus ETFs bestehen?

Nicht zwingend. ETFs bieten zwar eine solide Basis, doch einige ausgewählte Einzelaktien können die Renditechancen erhöhen.

Wie viele Einzelaktien sind sinnvoll fürs Kinderdepot?

Eine klare Empfehlung liegt bei 3–5 Titeln. So bleibt das Depot überschaubar und das Risiko kontrollierbar.

Sind Dividenden-Aktien eine gute Wahl fürs Kind?

Ja, Dividenden-Aktien können regelmäßig Erträge bringen und so den Zinseszinseffekt verstärken.

Ab welchem Alter lohnt sich ein Kinderdepot mit Aktien?

Je früher, desto besser – am besten ab Geburt.

Wie finde ich passende Einzelaktien fürs Kinderdepot?

Über Branchenvielfalt, solide Bilanz, gute Marktstellung und langfristiges Potenzial – nicht nur nach „Lieblingsmarken“.

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