Ein Geldgeschenk zur Geburt kann mehr sein als ein Umschlag: ein kleiner Anfang für spätere Wünsche, die heute noch niemand kennt. Vielleicht wird daraus ein Zuschuss zum Führerschein, zur Ausbildung oder zur ersten eigenen Wohnung. Ein Kinderdepot ist dafür eine Möglichkeit – wenn die Eltern langfristig investieren möchten und Wertschwankungen akzeptieren.
Die kurze Antwort: Stimme das Geschenk zuerst mit den Eltern ab. Ein Depot auf den Namen des Babys wird über seine gesetzlichen Vertreter eröffnet. Du kannst einen Einmalbetrag schenken oder regelmäßig beitragen; der zulässige Einzahlungsweg hängt vom Anbieter ab. Geld, das die Familie bald braucht, sollte nicht allein wegen des Geschenkanlasses in Aktien investiert werden.
Geldgeschenk zur Geburt: Was passt zur Familie?
Frage nicht zuerst nach der „besten Aktie“, sondern nach dem Wunsch der Eltern: Brauchen sie Unterstützung für die Erstausstattung oder wünschen sie sich einen langfristigen Sparbeitrag fürs Kind? Beides kann wertvoll sein. Ein Geschenk sollte Freude machen und keine zusätzliche organisatorische Aufgabe erzwingen.
| Wunsch | Mögliche Geschenkform | Vorher klären |
|---|---|---|
| Jetzt entlasten | Geld für eine konkret gewünschte Anschaffung | Ist das Geschenk für die Eltern oder für das Kind bestimmt? |
| Einmalig für später schenken | Startkapital, etwa 100, 500 oder 1.000 Euro | Welche Sparform möchten die Eltern nutzen? |
| Das Kind länger begleiten | Einmalbetrag plus freiwilliger regelmäßiger Beitrag | Welche Rate passt dauerhaft zu deinem Budget? |
| Eine Überraschung überreichen | Persönliche Karte mit einem abgestimmten Spargeschenk | Die Konto- oder Depoteröffnung vorab besprechen |
Die Beträge sind Beispiele, keine gesellschaftliche Vorgabe. Du musst weder als Großelternteil noch als Pate eine bestimmte Summe schenken. Auch ein kleiner Beitrag ist ein vollständiges Geschenk.
Kinderdepot als Geschenk: Wem gehört das Geld?
Das Kinderdepot läuft auf den Namen des Kindes. Die elterliche Sorge umfasst auch die Vermögenssorge; Eltern verwalten das Kindesgeld nach den Grundsätzen einer wirtschaftlichen Vermögensverwaltung. Maßgeblich sind § 1626 BGB und § 1642 BGB.
Ein Depot ist dabei nur die Hülle für Wertpapiere: Seine Eröffnung garantiert keinen Wertzuwachs. Welche Anlagen darin gekauft werden, ist eine eigene Entscheidung. Die Grundlagen erläutert unser Beitrag Was ist ein Kinderdepot?
Wichtig für die Geschenkidee: Mit 18 ist das Kind volljährig und entscheidet grundsätzlich selbst über sein Depot. Wer sich eine Verwendung ausschließlich fürs Studium wünscht, sollte das nicht mit einer rechtlich gesicherten Zweckbindung verwechseln. Die Volljährigkeit regelt § 2 BGB. Lies dazu auch was sich mit dem 18. Geburtstag ändert.
So organisierst du das Geldgeschenk zur Geburt
- Mit den Eltern abstimmen: Gibt es schon ein Kinderdepot oder soll zunächst eine andere Sparform genutzt werden? Ein zweites Depot ist für ein zusätzliches Geschenk nicht automatisch nötig.
- Empfänger und Betrag festhalten: Notiere, ob das Geld dem Kind oder den Eltern geschenkt wird. Bei einem regelmäßigen Beitrag besprecht ihr zusätzlich den Zahlungsrhythmus.
- Eröffnung den gesetzlichen Vertretern überlassen: Großeltern oder Paten sollten nicht von einer eigenständigen Eröffnung ohne deren Beteiligung ausgehen. Welche Unterlagen und Zustimmungen nötig sind, gibt der Anbieter vor.
- Einzahlungsweg prüfen: Nicht jedes Depot akzeptiert beliebige Drittzahlungen. Fragt nach Referenzkonto, Überweisungsmöglichkeiten und gegebenenfalls einer Sparpaten-Funktion.
- Überweisung und Kauf unterscheiden: Geld auf dem Verrechnungskonto wird nicht zwingend automatisch investiert. Die Eltern prüfen, ob ein Sparplan oder ein gesonderter Kauf erforderlich ist.
- Bestätigung aufbewahren: Datum, Schenkender, Empfänger, Betrag und Zahlungsbeleg helfen, das Geschenk später nachzuvollziehen.
Für die konkrete Eröffnung gibt es unsere Schritt-für-Schritt-Checkliste. Regelmäßige Beiträge behandelt der Ratgeber So können Großeltern ins Kinderdepot einzahlen.
Was könnten aus 100, 500 oder 1.000 Euro werden?
Die folgenden eigenen Modellrechnungen zeigen, wie Betrag, Zeit und angenommene Rendite zusammenwirken. Laufzeit: 18 Jahre. Die Jahresrendite wird als konstant angenommen, Erträge werden wieder angelegt. Kosten, Steuern und Inflation sind nicht berücksichtigt; die Werte sind auf volle Euro gerundet.
| Einmaliges Geschenk | 0 % pro Jahr | 3 % pro Jahr | 6 % pro Jahr |
|---|---|---|---|
| 100 € | 100 € | 170 € | 285 € |
| 500 € | 500 € | 851 € | 1.427 € |
| 1.000 € | 1.000 € | 1.702 € | 2.854 € |
Rechenweg für ein einmaliges Geschenk: Startbetrag × (1 + Jahresrendite)18. Die Spalten sind Szenarien, keine Prognosen. Auch ein Ergebnis unter dem geschenkten Betrag ist möglich; 0 % ist keine Verlustuntergrenze. Inflation mindert zudem die spätere Kaufkraft.
Einmalig plus regelmäßig: Bei 500 Euro zur Geburt und zusätzlich 25 Euro am Ende jedes Monats werden in 18 Jahren insgesamt 5.900 Euro eingezahlt. Mit 3 % effektiver Jahresrendite ergibt das rechnerisch rund 7.972 Euro, mit 6 % rund 10.951 Euro. Dafür wird die Jahresrendite in eine entsprechende Monatsrendite umgerechnet. Auch hier fehlen Kosten, Steuern und Inflation.



