Großeltern können ins Kinderdepot einzahlen, wenn der Anbieter den vorgesehenen Zahlungsweg unterstützt. Häufig kommt das Geld zunächst auf das Verrechnungskonto; die gesetzlichen Vertreter kümmern sich anschließend um die Anlage. Eine Sparpaten-Funktion kann die Organisation erleichtern. Einzahlen und Wertpapiere kaufen sind dabei unterschiedliche Vorgänge.
Vielleicht möchtest du jeden Monat etwas für dein Enkelkind zurücklegen. Vielleicht soll ein Geldgeschenk zur Geburt langfristig wirken. Bevor du den Dauerauftrag einrichtest, kläre mit den Eltern drei Dinge: Wem soll das Geld gehören, auf welches Konto darfst du überweisen und wer sorgt dafür, dass es tatsächlich angelegt wird?
Vor der ersten Einzahlung: Soll dein Beitrag schon jetzt dem Enkelkind gehören, stimmt ihr die Schenkung und den Zahlungsweg zum Kindesdepot ab. Möchtest du zunächst selbst Eigentümer bleiben und erst später schenken, sparst du auf eigenen Namen; das Geld ist dann noch kein Kindesvermögen. Einmalbetrag oder Monatsrate ist eine zusätzliche Entscheidung und sagt für sich allein nichts über das Eigentum aus.
Klärt auch, wann das Geld gebraucht wird: Für einen bald fest eingeplanten Betrag können Aktienkursschwankungen ungeeignet sein. Vergleicht dafür Kinderdepot und Tagesgeld. Erst nach Ziel und Laufzeit folgt die konkrete Anlageentscheidung.
So zahlen Großeltern ins Kinderdepot ein
- Mit den Eltern abstimmen: Besteht schon ein Kinderdepot? Falls nicht, sollten die gesetzlichen Vertreter zunächst die Depoteröffnung vorbereiten.
- Zahlungsweg prüfen: Die Eltern klären beim Anbieter, ob Überweisungen von Dritten erlaubt sind oder eine Einladung als Sparpate nötig ist.
- Kontodaten übernehmen: Lasst euch die vorgesehenen Empfängerangaben direkt von den Eltern geben. Eine Depotnummer ist nicht automatisch die IBAN für Einzahlungen.
- Betrag und Rhythmus vereinbaren: Einmalzahlung, monatlicher Dauerauftrag oder gelegentliche Geschenke – passend zum eigenen Budget. Plant den Eingang vor einer vorgesehenen Sparplanausführung ein.
- Geldeingang und Anlage unterscheiden: Die Eltern prüfen, ob der Betrag angekommen ist und ob ein Sparplan oder Kaufauftrag eingerichtet ist. Bei einer Überweisung aufs Verrechnungskonto ist häufig noch ein Kaufauftrag oder eingerichteter Sparplan nötig. Bei anderen Zahlungswegen kann die korrekt zugeordnete Überweisung selbst einen Anteilskauf auslösen; maßgeblich ist das Verfahren des Anbieters.
Praktischer Verwendungszweck: „Schenkung an [Name des Kindes], September 2026“. Verwendet diesen Zusatz nur, wenn er mit den vorgeschriebenen Zuordnungsangaben des Anbieters vereinbar ist. Er ersetzt keine Klärung des tatsächlichen Schenkungsempfängers oder besondere rechtliche Vereinbarungen.
Zwei konkrete Einzahlungswege: ING und Scalable
| Anbieterbeispiel | Was laut Anbieter möglich ist | Was die Familie klären muss |
|---|---|---|
| ING Direkt-Depot Junior | Verwandte und Freunde können auf das Extra-Konto Junior überweisen oder einen Dauerauftrag einrichten. Dafür brauchen sie kein eigenes ING-Konto. | Die gesetzlichen Vertreter veranlassen die Wertpapieranlage. Das Extra-Konto Junior dient als Verrechnungskonto. |
| Scalable Kinderkonto | Freunde und Familie können als Sparpaten eingeladen werden und einzahlen oder einen Dauerauftrag einrichten. | Für die Eröffnung des Kinderkontos benötigen laut Anbieter zunächst alle Sorgeberechtigten ein eigenes Scalable-Konto. |
Einzahlungswege geprüft am 19. September 2026: ING Junior-FAQ und Scalable Kinderkonto. Die Beispiele zeigen unterschiedliche Abläufe, keine vollständige Rangliste. Weitere Voraussetzungen und die aktuelle Einrichtung prüft ihr beim Anbieter.
Anderer Ablauf bei finvesto: Dort beschreibt der Anbieter einen Anteilskauf per Überweisung mit Depotnummer und WKN/ISIN beziehungsweise Depotpositionsnummer. Eine Zahlung kann damit unmittelbar einem Fonds- oder ETF-Kauf zugeordnet werden. Übernehmt die aktuellen Pflichtangaben aus der finvesto-Anleitung zum Mitsparen und stimmt die Anlage mit den gesetzlichen Vertretern ab. Das ist kein allgemeines Handels- oder Auszahlungsrecht für Großeltern. Geprüft am 19. September 2026.
Wem gehört das Geld und wer verwaltet es?
Schenkung an das Kind
Bei einer wirksamen Schenkung an das Kind wird das geschenkte Vermögen dem Kind zugeordnet. Die elterliche Sorge umfasst auch die Vermögenssorge; Grundlage ist § 1626 BGB. Einzahlungen von Großeltern geben ihnen nicht automatisch einen eigenen Verwaltungszugang. Auch die Verwaltung durch Eltern bedeutet nicht, dass sie Kindesvermögen frei für eigene Ausgaben verwenden dürfen. Lies dazu, welche Entnahmen aus Kindesvermögen zulässig sind.
Wenn du dem Kind bereits schenken, die elterliche Verwaltung aber ausschließen möchtest, ist das eine eigene rechtliche Gestaltungsfrage. § 1638 BGB sieht entsprechende Bestimmungen bei Zuwendungen vor. Wer dann verwaltet und wie die Bank das umsetzt, sollte vorab fachkundig geklärt werden; eine Sparpaten-Einladung regelt das nicht.
Geld über ein Elternkonto weiterleiten
Vermeidet ungeklärte Zwischenstationen. Wer tatsächlich beschenkt wird, lässt sich nicht allein aus dem Namen des Kontos oder einem Stichwort im Verwendungszweck ableiten. Bei größeren Beträgen oder Weiterleitung über die Eltern sollte die Zuordnung vorab fachkundig geklärt werden. Die Unterschiede erläutert Kinderdepot oder Depot der Eltern?
Das wirksam geschenkte Vermögen gehört dem Kind bereits vor dem 18. Geburtstag. Mit 18 tritt die Volljährigkeit ein (§ 2 BGB). Besprecht deshalb früh, was die Übergabe des Kinderdepots für eure Familie bedeutet.
Was können 25 oder 50 Euro monatlich bewirken?
Unser Rechenbeispiel zeigt zwei Beiträge vom Start bis zum 18. Geburtstag. Es beginnt ohne Anfangskapital und unterstellt 216 Einzahlungen jeweils am Monatsende. Die effektive Jahresrendite wird in eine Monatsrendite umgerechnet.
| Monatsbeitrag | Einzahlungen / 0 % | Modell bei 3 % p. a. | Modell bei 6 % p. a. |
|---|---|---|---|
| 25 € | 5.400 € | 7.120 € | 9.524 € |
| 50 € | 10.800 € | 14.241 € | 19.048 € |
Eigene Modellrechnung, keine Prognose: gerundete Werte, ohne Steuern, Kosten und Inflation. Gleichmäßige Renditen sind nur Rechenannahmen. Tatsächliche Ergebnisse können niedriger sein; auch Verluste sind möglich. Ein kleinerer Beitrag oder eine Pause ist kein schlechtes Geschenk.



