Großeltern können ins Kinderdepot einzahlen, wenn der Anbieter den vorgesehenen Zahlungsweg unterstützt. Häufig kommt das Geld zunächst auf das Verrechnungskonto; die gesetzlichen Vertreter kümmern sich anschließend um die Anlage. Eine Sparpaten-Funktion kann die Organisation erleichtern. Einzahlen und Wertpapiere kaufen sind dabei unterschiedliche Vorgänge.
Gibt es bereits ein Kinderdepot? Davon hängt euer nächster Schritt ab. Für ein zusätzliches Geschenk braucht ihr nicht automatisch ein zweites Depot. Fehlt noch ein Depot, könnt ihr als Großeltern den Anstoß geben und die Auswahl mit den Eltern vorbereiten.
| Eure Ausgangslage | Das klärt ihr gemeinsam | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Ein Kinderdepot ist vorhanden | Erlaubter Einzahlungsweg, Empfängerdaten und wer den ETF-Kauf veranlasst. | Einzahlung in fünf Schritten vorbereiten |
| Noch kein Kinderdepot vorhanden | Sparziel, Eigentum, Betrag und Eröffnung durch die gesetzlichen Vertreter. | Gemeinsam das erste Kinderdepot vorbereiten |
Vielleicht möchtest du jeden Monat etwas für dein Enkelkind zurücklegen. Vielleicht soll ein Geldgeschenk zur Geburt langfristig wirken. Bevor du den Dauerauftrag einrichtest, kläre mit den Eltern drei Dinge: Wem soll das Geld gehören, auf welches Konto darfst du überweisen und wer sorgt dafür, dass es tatsächlich angelegt wird?
Vor der ersten Einzahlung: Soll dein Beitrag schon jetzt dem Enkelkind gehören, stimmt ihr die Schenkung und den Zahlungsweg zum Kindesdepot ab. Möchtest du zunächst selbst Eigentümer bleiben und erst später schenken, sparst du auf eigenen Namen; das Geld ist dann noch kein Kindesvermögen. Einmalbetrag oder Monatsrate ist eine zusätzliche Entscheidung und sagt für sich allein nichts über das Eigentum aus.
Klärt auch, wann das Geld gebraucht wird: Für einen bald fest eingeplanten Betrag können Aktienkursschwankungen ungeeignet sein. Vergleicht dafür Kinderdepot und Tagesgeld. Erst nach Ziel und Laufzeit folgt die konkrete Anlageentscheidung.
Noch kein Kinderdepot? So startet ihr gemeinsam
Beginnt mit einer Absprache: Möchten die Eltern langfristig für das Kind investieren, und soll dein Beitrag bereits dem Enkelkind gehören? Du kannst einmalig etwas schenken oder einen regelmäßigen Beitrag vereinbaren. Wähle einen Betrag, der auch für dich dauerhaft tragbar ist; eine hohe oder lebenslange Zusage ist für einen guten Start nicht erforderlich.
- Ziel und Zeitraum klären: Für wann soll das Geld gedacht sein? Ein Aktien-ETF schwankt im Wert; ein langer Zeitraum garantiert keinen Gewinn.
- Passenden Einzahlungsweg auswählen: Vergleicht, ob Überweisungen von Angehörigen oder eine Sparpaten-Einladung vorgesehen sind. Eine Einzahlungsmöglichkeit bedeutet nicht automatisch, dass du einen Verwaltungszugang erhältst.
- Eröffnungsbedingungen prüfen: Die Eltern prüfen Zustimmungen, Identifikation und Unterlagen. Klärt außerdem, ob die Sorgeberechtigten eigene Konten beim Anbieter benötigen.
- Erst eröffnen, dann finanzieren: Die gesetzlichen Vertreter stellen den Antrag. Nach der Eröffnung lassen sie dir die bestätigten Zahlungsangaben zukommen und organisieren die Anlage des Geldes.
Kinderdepots mit Einzahlungsmöglichkeiten für Großeltern vergleichen. Der Filter zeigt belegte Möglichkeiten zum Mitsparen. Prüft anschließend Kosten, Mindestsparrate und die konkreten Voraussetzungen beim Anbieter.
Für den Antrag können die Eltern unsere Checkliste zur ersten Depoteröffnung nutzen. Großeltern müssen dafür keine Zugangsdaten der Eltern übernehmen.
So zahlen Großeltern ins Kinderdepot ein
- Mit den Eltern abstimmen: Besteht schon ein Kinderdepot? Falls nicht, sollten die gesetzlichen Vertreter zunächst die Depoteröffnung vorbereiten.
- Zahlungsweg prüfen: Die Eltern klären beim Anbieter, ob Überweisungen von Dritten erlaubt sind oder eine Einladung als Sparpate nötig ist.
- Kontodaten übernehmen: Lasst euch die vorgesehenen Empfängerangaben direkt von den Eltern geben. Eine Depotnummer ist nicht automatisch die IBAN für Einzahlungen.
- Betrag und Rhythmus vereinbaren: Einmalzahlung, monatlicher Dauerauftrag oder gelegentliche Geschenke – passend zum eigenen Budget. Plant den Eingang vor einer vorgesehenen Sparplanausführung ein.
- Geldeingang und Anlage unterscheiden: Die Eltern prüfen, ob der Betrag angekommen ist und ob ein Sparplan oder Kaufauftrag eingerichtet ist. Bei einer Überweisung aufs Verrechnungskonto ist häufig noch ein Kaufauftrag oder eingerichteter Sparplan nötig. Bei anderen Zahlungswegen kann die korrekt zugeordnete Überweisung selbst einen Anteilskauf auslösen; maßgeblich ist das Verfahren des Anbieters.
Praktischer Verwendungszweck: „Schenkung an [Name des Kindes], [Monat/Jahr]“. Verwendet diesen Zusatz nur, wenn er mit den vorgeschriebenen Zuordnungsangaben des Anbieters vereinbar ist. Er ersetzt keine Klärung des tatsächlichen Schenkungsempfängers oder besondere rechtliche Vereinbarungen.
Für ein einmaliges Weihnachtsgeschenk findest du im Ratgeber ETF zu Weihnachten schenken einen Ablauf vom Geldgeschenk bis zum Kauf.
Zwei konkrete Einzahlungswege: ING und Scalable
| Anbieterbeispiel | Was laut Anbieter möglich ist | Was die Familie klären muss |
|---|---|---|
| ING Direkt-Depot Junior | Verwandte und Freunde können auf das Extra-Konto Junior überweisen oder einen Dauerauftrag einrichten. Dafür brauchen sie kein eigenes ING-Konto. | Die gesetzlichen Vertreter veranlassen die Wertpapieranlage. Das Extra-Konto Junior dient als Verrechnungskonto. |
| Scalable Kinderkonto | Freunde und Familie können als Sparpaten eingeladen werden und einzahlen oder einen Dauerauftrag einrichten. | Für die Eröffnung des Kinderkontos benötigen laut Anbieter zunächst alle Sorgeberechtigten ein eigenes Scalable-Konto. |
Einzahlungswege von ING und Scalable erneut geprüft am 25. Oktober 2026: ING Junior-FAQ und Scalable Kinderkonto. Die Beispiele zeigen unterschiedliche Abläufe, keine vollständige Rangliste. Weitere Voraussetzungen und die aktuelle Einrichtung prüft ihr beim Anbieter.
Anderer Ablauf bei finvesto: Dort beschreibt der Anbieter einen Anteilskauf per Überweisung mit Depotnummer und WKN/ISIN beziehungsweise Depotpositionsnummer. Eine Zahlung kann damit unmittelbar einem Fonds- oder ETF-Kauf zugeordnet werden. Übernehmt die aktuellen Pflichtangaben aus der finvesto-Anleitung zum Mitsparen und stimmt die Anlage mit den gesetzlichen Vertretern ab. Das ist kein allgemeines Handels- oder Auszahlungsrecht für Großeltern. Geprüft am 19. September 2026.
Wem gehört das Geld und wer verwaltet es?
Schenkung an das Kind
Bei einer wirksamen Schenkung an das Kind wird das geschenkte Vermögen dem Kind zugeordnet. Die elterliche Sorge umfasst auch die Vermögenssorge; Grundlage ist § 1626 BGB. Einzahlungen von Großeltern geben ihnen nicht automatisch einen eigenen Verwaltungszugang. Auch die Verwaltung durch Eltern bedeutet nicht, dass sie Kindesvermögen frei für eigene Ausgaben verwenden dürfen. Lies dazu, welche Entnahmen aus Kindesvermögen zulässig sind.
Wenn du dem Kind bereits schenken, die elterliche Verwaltung aber ausschließen möchtest, ist das eine eigene rechtliche Gestaltungsfrage. § 1638 BGB sieht entsprechende Bestimmungen bei Zuwendungen vor. Wer dann verwaltet und wie die Bank das umsetzt, sollte vorab fachkundig geklärt werden; eine Sparpaten-Einladung regelt das nicht.
Geld über ein Elternkonto weiterleiten
Vermeidet ungeklärte Zwischenstationen. Wer tatsächlich beschenkt wird, lässt sich nicht allein aus dem Namen des Kontos oder einem Stichwort im Verwendungszweck ableiten. Bei größeren Beträgen oder Weiterleitung über die Eltern sollte die Zuordnung vorab fachkundig geklärt werden. Die Unterschiede erläutert Kinderdepot oder Depot der Eltern?
Das wirksam geschenkte Vermögen gehört dem Kind bereits vor dem 18. Geburtstag. Mit 18 tritt die Volljährigkeit ein (§ 2 BGB). Besprecht deshalb früh, was die Übergabe des Kinderdepots für eure Familie bedeutet.
Was können 25 oder 50 Euro monatlich bewirken?
Unser Rechenbeispiel zeigt zwei Beiträge vom Start bis zum 18. Geburtstag. Es beginnt ohne Anfangskapital und unterstellt 216 Einzahlungen jeweils am Monatsende. Die effektive Jahresrendite wird in eine Monatsrendite umgerechnet.
| Monatsbeitrag | Einzahlungen / 0 % | Modell bei 3 % p. a. | Modell bei 6 % p. a. |
|---|---|---|---|
| 25 € | 5.400 € | 7.120 € | 9.524 € |
| 50 € | 10.800 € | 14.241 € | 19.048 € |
Eigene Modellrechnung, keine Prognose: gerundete Werte, ohne Steuern, Kosten und Inflation. Gleichmäßige Renditen sind nur Rechenannahmen. Tatsächliche Ergebnisse können niedriger sein; auch Verluste sind möglich. Ein kleinerer Beitrag oder eine Pause ist kein schlechtes Geschenk.



