Den Freistellungsauftrag fürs Kinderdepot kannst du nach der Eröffnung als eigenen kleinen Verwaltungsschritt erledigen. Das Depot ist eingerichtet, die erste Sparrate läuft – und plötzlich zeigt eine Abrechnung einen Steuerabzug. Nicht immer liegt das an hohen Erträgen. Manchmal fehlt lediglich der passende Auftrag oder er wurde versehentlich im Konto der Eltern hinterlegt.
Diese Anleitung zeigt dir, welche Angaben du brauchst, wie du den Betrag über mehrere Banken verteilst und was du nach dem Absenden kontrollieren solltest. Sie richtet sich an Familien mit einem Kinderdepot auf den Namen des Kindes und inländischer steuerlicher Situation. Bei abweichendem Steuerwohnsitz oder besonderen Konstellationen klärt ihr die Voraussetzungen mit Bank oder steuerlicher Beratung.
Kurz erklärt: Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 2026 für ein Kind 1.000 Euro pro Jahr. Mit einem Freistellungsauftrag kann die Bank ihn beim Steuerabzug berücksichtigen. Die Summe aller erteilten Aufträge für dasselbe Kind darf die persönliche Höchstgrenze nicht überschreiten.
Was bewirkt der Freistellungsauftrag fürs Kinderdepot?
Rechtsgrundlagen sind insbesondere § 20 Absatz 9 EStG zum Sparer-Pauschbetrag und § 44a EStG zur Abstandnahme vom Steuerabzug. Der Auftrag betrifft Kapitalerträge, nicht den Wert des Depots oder die Höhe deiner monatlichen Sparrate.
Wenn du 100 Euro monatlich einzahlst, verbrauchst du dadurch nicht 1.200 Euro Freistellungsvolumen. Einzahlungen und steuerlich relevante Erträge sind verschiedene Größen. Welche Erträge die Bank tatsächlich berücksichtigt hat, siehst du in ihrer Steuerübersicht. Verlustverrechnung und Fondsbesonderheiten können die Abrechnung zusätzlich beeinflussen.
Das Kind hat einen eigenen Pauschbetrag. Es nutzt nicht automatisch den gemeinsamen Freistellungsauftrag seiner Eltern. Voraussetzung für diese Zuordnung ist, dass es sich tatsächlich um das Konto beziehungsweise Depot des Kindes handelt. Bei einem Depot auf den Namen der Eltern lässt sich der Kinderfreibetrag nicht einfach als zusätzliche Einstellung aktivieren.
Diese Angaben legst du bereit
- Name und Geburtsdatum des Kindes zur Kontrolle der Zuordnung.
- Die steuerliche Identifikationsnummer des Kindes.
- Den Zugang, über den du dessen Konto oder Depot verwaltest.
- Eine Übersicht aller bereits für dieses Kind erteilten Freistellungsaufträge.
- Den gewünschten Betrag und den vom Anbieter abgefragten Gültigkeitszeitraum.
Die Steuer-ID ist nicht mit einer Kontonummer oder einer gegebenenfalls vorhandenen Steuernummer gleichzusetzen. Das Bundeszentralamt für Steuern beschreibt die erneute Mitteilung der Steuer-ID, falls ihr das ursprüngliche Schreiben nicht mehr findet. Für den Auftrag benötigt ihr die Nummer des Kindes, nicht die eines Elternteils.
Stimmt euch mit dem anderen Sorgeberechtigten ab, bevor ihr den Betrag festlegt. Eine gemeinsame Übersicht vermeidet, dass beide unabhängig voneinander den vollen Betrag bei unterschiedlichen Banken eintragen. Die vom Anbieter verlangte Zustimmung oder Freigabe muss vollständig erfolgen; ein gespeicherter Entwurf ist noch kein bestätigter Auftrag.
Freistellungsauftrag fürs Kinderdepot in sechs Schritten einrichten
- Das richtige Konto auswählen: Prüfe, ob du gerade das Kinderkonto und nicht dein eigenes Depot bearbeitest. Namen oder Kontozuordnung vor jeder Änderung kontrollieren.
- Den Steuerbereich öffnen: Suche nach „Freistellungsauftrag“, „Steuern“ oder dem entsprechenden Formular. Die Menübezeichnungen hängen vom Anbieter ab.
- Bestehenden Auftrag prüfen: Notiere den hinterlegten Betrag und den bereits verbrauchten Anteil. Suche zusätzlich in eurer Übersicht nach Aufträgen anderer Banken.
- Betrag festlegen: Verteile das verfügbare Volumen nach euren erwarteten Erträgen. Es muss nicht zwingend alles bei der Depotbank liegen.
- Angaben und Gültigkeit kontrollieren: Steuer-ID, Kind, Betrag und Zeitraum prüfen und den vorgesehenen Bestätigungsprozess abschließen.
- Ergebnis sichern: Bestätigung herunterladen oder den bestätigten Status notieren. Kontrolliere bei einer späteren Ertragsabrechnung, ob der Auftrag berücksichtigt wurde.
Ein einfacher Eintrag in euren Unterlagen reicht: Bank, eingestellter Betrag, Gültigkeit und Datum der letzten Prüfung. Nutzt dieselbe Liste für spätere Änderungen. So könnt ihr auch beim Jahreswechsel nachvollziehen, warum ihr einen bestimmten Betrag verteilt habt.
Mehrere Banken: So verteilst du 1.000 Euro
Angenommen, euer Kind hat ein Depot bei Bank A und Tagesgeld bei Bank B. Ihr erwartet beispielhaft 500 Euro relevante Erträge bei A und 150 Euro Zinsen bei B. Eine mögliche Verteilung wäre:
| Institut | Erwartete Erträge im Beispiel | Erteilter Auftrag |
|---|---|---|
| Bank A: Kinderdepot | 500 Euro | 700 Euro |
| Bank B: Tagesgeld | 150 Euro | 300 Euro |
| Gesamt | 650 Euro | 1.000 Euro |
Die Verteilung ist frei gewähltes Organisationsbeispiel, keine Ertragsprognose. Der ungenutzte Puffer bleibt innerhalb der Gesamtgrenze. Würdet ihr dagegen bei beiden Banken jeweils 1.000 Euro erteilen, läge die Auftragssumme mit 2.000 Euro zu hoch – auch wenn ihr aktuell geringere Erträge erwartet.
Wenn sich die Erträge anders entwickeln
Steigen die relevanten Erträge bei A im Beispiel auf 800 Euro, während bei B nur 100 Euro entstehen, könnte eine Verteilung von 850 Euro und 150 Euro besser passen. Die Summe bleibt 1.000 Euro. Vor einer Änderung prüft ihr jedoch, welches Volumen bei B bereits tatsächlich genutzt wurde und welche Herabsetzung der Anbieter noch zulässt.
Eine Bank kennt nicht automatisch eure frei verfügbaren Beträge bei allen anderen Instituten. Verschiebt deshalb nicht nur einen Zahlenwert in eurer Liste, sondern ändert die jeweiligen Aufträge auch tatsächlich. Ist eine Korrektur im laufenden Jahr nicht mehr möglich, kann die steuerliche Abrechnung über das Finanzamt relevant werden.



